Braucht ein Unternehmen wirklich SocialMedia?

Bist du auch auf Facebook? Twitterst du schon oder hast du ein Google+-Konto? Wer kennt diese Fragen nicht? Und immer wieder taucht in dem Zusammenhang ein Begriff auf: Social Media. Gerade klein- und mittelständische Unternehmen stehen sicherlich oft vor der Frage, was sich dahinter verbirgt. Vor allem aber kann ich mir eine Frage noch viel besser vorstellen: „Brauche ich für mein Unternehmen Social Media wirklich?“

Nun, fangen wir einmal bei einer Grundsätzlichkeit an. Was ist denn Social Media überhaupt? Ich setze mich nun seit geraumer Zeit mit dem Thema auseinander. Und es gibt viele, kluge Erläuterungen. Leider musste ich feststellen, dass all diese Erklärungen von Menschen geschrieben wurden, die schon viel zu tief im Thema drin sind. Jeder Versuch der Erläuterung wirft beim unbedarften Leser neue Fragen auf. Ganz ehrlich: Bei mir war es anfangs auch so.

Schild Stammtisch

Schild Stammtisch

Ich habe vor kurzem eine wunderbare Erklärung für Social Media, für die „sozialen Netzwerke“, gefunden, die es kaum besser erklären kann. Ich kenne es aus meinen Kinderzeiten noch. Erinnern Sie sich an die Stammtische, die es „damals“ zuhauf gab, die heute allerdings kaum noch gepflegt werden? Social Media ist wie ein Stammtisch. Menschen sitzen beieinander und tauschen sich aus. Der neueste Klatsch im Dorf, der Kommentar in der Lokalzeitung, der Ratsbeschluss, das aktuelle Ergebnis des örtlichen Fußballvereins – all das wird am Stammtisch thematisiert. Und natürlich auch kommentiert und diskutiert. Jeder vertritt hier seine Meinung und tut diese auch kund. Es wird noch interessanter: Wenn sich beispielsweise jemand im Nachbarort beim dortigen Händler ein neues Auto gekauft hat, wird er natürlich am Stammtisch stolz davon erzählen und sofort gefragt, wie zufrieden er denn ist. Ein anderer hat gerade einen neuen Roman gelesen und gibt seinen Stammtischkollegen den Tipp, sich im Buchladen um die Ecke ebenfalls den Schmöker zu kaufen, weil er so spannend ist. Und der nächste kommt gerade aus dem Kino und rät seinen Stammtischkollegen dringend davon, für solch einen „Schrott“ auch nur einen Euro auszugeben.

Schon sind wir mitten drin im Social Media. Nur dass hier die Stammtischkollegen nicht um einen Tisch herum sitzen, sondern sich auf „Plattformen“ treffen. Facebook, Twitter, google+, Xing, LinkedIn, YouTube und all die anderen, das sind die Stammtische von heute. Menschen tauschen sich aus: Nachrichten, Privates, Erfahrungen, Kritik, Meinungen. Der einzige Unterschied zum Stammtisch ist nur, dass man hier nicht bis zum nächsten Freitag warten muss, wenn sich die Kollegen wieder treffen, um sich auszutauschen. Social Media sind viele permanente Stammtische. Jeder kann frei wählen, an welchen Tisch er sich gerade setzt, genauer gesagt, auf welcher Plattform er sich bewegen möchte. Dabei ist man jederzeit an jedem Tisch herzlich willkommen.

Kehren wir nun zurück zur ursprünglichen Frage: Braucht ein Unternehmen wirklich Social Media? Diese Frage kann man nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten. Sicherlich gibt es Firmen, die auf Social Media und die Möglichkeiten, die sich aus den richtigen „Stammtischen“ ergeben, verzichten können und auch möchten. Ich habe gerade Besuch von einem Unternehmer gehabt, der sechs Mitarbeiter beschäftigt und einen Hausmeisterservice betreibt. Er klagte darüber, dass er so viel zu tun hätte, dass er bis Ende des Jahres ausgebucht sei. Dieser Unternehmer braucht Social Media nicht. Oder doch? Was denken die Unternehmer unter Ihnen, die Stammtischkollegen? Sicherlich kann er im Moment auf Social Media verzichten. Er hat ja volle Auftragsbücher. Aber bleiben sie auch voll, auch noch im nächsten und übernächsten Jahr? Auch noch dann, wenn er in ein paar Jahren die Firma an seinen Sohn übergeben will?

Nun, ob jemand Social Media wirklich für sein Unternehmen nutzen möchte, bleibt jedem selber überlassen. Wer sich jedoch langfristig einen Namen aufbauen möchte, wer Kompetenz zeigen will, wer eine „Marke“ sein will, der kann die Möglichkeiten, die ihm die „Stammtische“ bieten, sehr gut nutzen – zusätzlich zu anderen Marketingmaßnahmen. Social Media Branding  wird das genannt. Wer langfristig am Markt bestehen wollte, musste schon zu Stammtischzeiten eine Marke entwickelt und Vertrauen aufgebaut haben. Das ist heute noch wichtiger denn je. Denn während man „früher“ vielleicht zwei oder drei Autohäuser in der näheren Umgebung hatte, wo der neue Wagen gekauft wurde, sind es heute tausende. Bei der Fülle und den Möglichkeiten, die die „Stammtische“ von heute bieten, ist es oftmals entscheidend, als Marke, als Unternehmen des Vertrauens aufzufallen. Genau hier setzen Social Media PR und Social Media Marketing an: Die Bekanntheit des Unternehmens zu steigern, Vertrauen zu schaffen und Kompetenz zu beweisen. Das gilt für das Autohaus genauso wie für den Hausmeisterservice, den Buchladen, die Tischlerei, den Menüservice, den Maler oder die örtlichen Touristiker. Immer geht es darum, sich als Marke, als kompetenter Partner vorzustellen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s